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Magic Pier, Muck Diving - Buton Island neuer Bericht
by: Eva-Maria Reiter • CMAS** < 300 TG
03. Januar 2017

Muck Diving
Nachttauchgang am Magic Pier, Buton Island

Auf unserer Tauchsafari mit der Wakatobi-Yacht Pelagian liefen wir auch für 2 Tage die Insel Buton an. Sie liegt in der Bandasee in Südostsulawesi und ist mit 150km Länge und 60km Breite eine der größeren Inseln. Bekannt ist sie für das beträchtliche natürliche Vorkommen an Asphalt, und so gibt es hier auch entsprechenden Asphaltabbau einer großen in Buton beheimateten indonesischen Firma. Wir lagen in der Bucht Pasarwajo und konnten die Ortschaften und Einrichtungen ringsum recht gut sehen. Ich hatte den Eindruck, dass das abgebautes Material dann auch von hier verschifft wird. So ist es kein Wunder, dass es hier mehrere größere Anleger gibt, unter anderem den Asphalt Pier, den New Pier und den Magic Pier. Unter Wasser sind das hervorragende Tauchplätze – für Muck Diving!

Faszinierend ist es für uns zu sehen, wie die Meerestiere scheinbar unberührt ihr Leben hier am Pier verbringen und sich um den Dreck und den Müll nicht kümmern, der uns Menschen fast mit Abscheu vor uns selbst erfüllt. Der Magic Pier ist wohl erst in diesem Jahr ringsum mit großen Steinbrocken befestigt worden. Der Untergrund fällt von 5-8 Metern um die Kaimauer herum relativ steil bis auf 15-17 Meter ab, um dann wohl in eine Steilwand zu enden – doch so weit kamen wir bei unserem Nachttauchgang gar nicht.

Der Magic Pier ist nämlich DER Tauchplatz schlechthin für Mandarinfische. Denn unter dem Pier in den zahllosen Spalten und Löchern zwischen den steil aufgehäuften Steinen lebt eine Kolonie dieser kleinen farbenfroh gemusterten Fische. Sie sind wunderbar anzuschaun und bieten herrliche Fotomotive – wenn sie mal still halten. Denn still halten ist es nicht, was sie antreibt, in der Dämmerung aus ihren Verstecken zu kommen. Tatsächlich sind sie auf Liebesabenteuer aus. Im Tauchgangs-Briefing wurde uns vorher das recht spezielle Paarungszeremoniell erklärt: Die Weibchen werden umschwärmt, und warten daher erstmal ab. Die Männchen schwimmen um die Weibchen herum, und versuchen sich durch aufgeregtes Flossenschlagen für die Damen interessant zu machen. Findet dann ein Weibchen Gefallen an einem der Männchen, dann bewegt sich das Paar – quasi Bauch an Bauch – nach oben zur Oberfläche, dann lassen sie sich wieder herabsinken, dann steigen sie wieder auf. Anscheinend wollen sie sich auf diese Weise erstmal etwas „kennenlernen“, bevor es dann zur Sache geht. Verständlich also, dass dann auf den Steinbrocken ein Gewimmel und Gewusel von Mandarinfischen herrscht, die sich eben auf diese Weise ihren Partnerinnen andienen wollen. Sehr gut ist dabei zu sehen, wie sie sich mehr oder weniger mit den Bauchflossen fortbewegen – aber doch ungeheuer flink. Bis in die Nacht hinein, vielleicht 20 oder 30 Minuten kann man so die Tiere geduldig beobachten.

Aber es sind nicht nur diese bunten kleinen Mandarinfische, die den Magic Pier zu einem Tauchplatz erster Güte machen. Selten kann man auf so wenig Platz so viele marine Lebewesen direkt nebeneinander, übereinander oder gar aufeinander finden, dass man gar nicht weiß auf welches Tier zu fokussieren ist: Plattwürmer in fantastischen Mustern, Lobster und Shrimps, die ihre Tentakel aus den Spalten herausstrecken, faszinierend gefärbte Fangschreckenkrebse, ein Oktopus, darunter ein lustiger „Chocolate Chip“ Seestern, Familien von Gebänderten Seenadeln mit ihren hübschen roten Schwanzflossen, gelbe Shortfin-Rotfeuerfische, dazwischen die lustigen kleinen gelbbraunen Kofferfische mit wildschlagenden Seitenflossen … es liest sich fast wie das Who’s Who der indonesischen Unterwasserwelt, was sich hier auf engstem Platz zusammengefunden hat. Nicht zu vergessen aber leider auch hunderte schwarzer Seeigel, deren Kolonie immer größer zu werden scheint. Beim Austauchen dann tanzten Wolken aus auf den Kopf schwimmenden Razorfishes immer näher wie magisch vom Licht angezgen auf uns zu versammelten sie sich in dichten Bündeln direkt um die Lampen und stupsten sogar meine Hand an … fast unheimlich.

70 Minuten sind einfach nicht genug für den Magic Pier.

Mandarinfische

Shortfin-Lionfish

Einsiedlerkrebs

6 von 6 Nautili

Bewertung - Nautili

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