Kontaktdaten zur Basis
Bastianos Lembeh Diving Resort, Lembeh Strait, North Sulawesi
by Monika S. • 27.12.2013 • PADI AOWD, < 600 TG

Nachdem ich im Sommer 2012 um Bunaken (Bastianos Bunaken) 2 Wochen tauchen und dort vollauf zufrieden war, sollte es 2013 wieder dorthin gehen. Mit meinem diesjährigen Buddy entschied ich mich für eine Kombination von Steilwandtauchen um Bunaken und Critterjagd im Schlamm der Lembeh Strait. Von Tauchfreunden hörte ich im Vorfeld, dass es in puncto Schlammtauchen entweder nur totale Begeisterung oder Ablehnung gibt und so begannen wir mit dem Tauchen in Lembeh – um dann mit den bunten Steilwänden um Bunaken auf alle Fälle einen grandiosen Abschluss zu haben.
Nach der reibungslosen Anreise über Singapur kamen wir pünktlich in Manado an und wurden mit dem Auto nach Bitung gefahren. Diese Hafenstadt an der Lembeh Strait liegt in etwa 2 Stunden vom Airport Manado entfernt und ist nur kurzer Zwischenstopp für die Weiterfahrt mit dem Boot ins ca. 10 Minuten entfernte Resort.
Während unseres Aufenthaltes im Juli war das Management bereits in „Auflösung“ begriffen und eigentlich nur noch mit der farblichen Umgestaltung der Anlage befasst. Die über diverse Stufen zu erreichenden Bungalows waren sauber und mit allem Notwendigen ausgestattet; die Aussicht auf die Lembeh Strait war grandios. Angenehm war die ausreichende Anzahl der Steckdosen im Zimmer, sodass selbst bei 2 UW-Fotografen die Akkus der Kameras und Lampen sowie von Laptop und Handy immer geladen werden konnten. Das Essen war –sicher aufgrund der wenigen Gäste während unseres Aufenthaltes (6 Leute)- nicht so vielfältig aber ausreichend und in der Regel von guter Qualität. Das Resort verfügt über einen Pool und eine Bar, die allerdings nicht geöffnet war.

Nun zum Wichtigsten: das Tauchen.
Wir hatten während all unserer 25 Tauchgänge den gleichen Guide, der dadurch auch genau wusste, welche Tauchplätze man schon gesehen hatte bzw. man gern noch mal besuchen wollte. Am Morgen geht es nach dem Frühstück über eine Art „Hühnerleiter“ an Bord eines der resorteigenen Boote zu einem Doppeltauchgang. Auf den Booten befindet sich neben den Plätzen für die Tanks ein Plastegefäß mit Süßwasser für die Kameraausrüstungen und Computer; Toiletten sind nicht vorhanden. Durch die, in meinen Augen sehr positive, strenge Begrenzung der zulässigen Anzahl von Tauchern an einem Spot kann es vorkommen, dass der vorgesehene Tauchplatz nochmal gewechselt wird. Das ist bei den vielen, eng beieinander liegenden Plätze aber total problemlos. An Bord findet das Briefing statt; es wird stets auf Sicherheit geachtet und Rettungswesten, Sauerstoff etc. sind an Bord. Die Anfahrten dauern zwischen 5 Minuten und einer Stunde und dann geht es nach dem Anlegen der bereits durch die Crew zusammengebaute Ausrüstung ins Wasser.
Unter Wasser warten dann auf den ersten Blick langweilige Sand- und Schlammwüsten, die durch umherliegenden Müll unterbrochen werden. Es sieht also nicht sehr einladend aus… Aber dann! Das Auge gewöhnt sich an den Untergrund und plötzlich wimmelt es an allen Ecken und Enden nur so von unglaublichen Kreaturen, die über den Sand wandern, rollen, rutschen, … Sie suchen Schutz unter einer Sandschicht, in alten Gläsern, Blechdosen, Autoreifen, … Eine unglaubliche Vielfalt an Fischen, Krebsen, Aalen, Seepferdchen, Schnecken, und, und, und – ich kann es nicht in Worte fassen. Schon nach dem 1. Tauchgang wusste ich: ja, ich gehöre zu den Menschen, die das „Schlammrutschen“ LIEBEN und nicht davon genug bekommen können.
Obwohl es während unseres Aufenthaltes sehr häufig, langanhaltend und stark regnete, war die Sicht immer noch gut und die Tauchgänge meist strömungsfrei. Ausnahme war der Spot „Angel Windows“, an dem es bis in gut 30 m Tiefe richtig zog. Das sorgte dann für einen außergewöhnlich kurzen Tauchgang; normalerweise kam nach ca. 70 Minuten vom Guide das Zeichen zum Auftauchen.
Namen von Spots wie „Critters Hunt“, „Nudis Retreat“, „Magic Rock“ lassen schon im Vorfeld auf tolle Erlebnisse hoffen und wir wurden auch an keinem einzigen Platz enttäuscht. Ob es nun der Hairy Frogfish, der Hairy Shrimps, ein sich häutender Mantis oder auch die sehr kleinen Lembeh-Dragons waren – jeder Tauchgang hatte sein spezielles „Etwas“. Auch die Nachttauchgänge und die Mandarinfisch-Tauchgänge sind sehr zu empfehlen; sie finden vom Police Peer aus statt und man fährt schon bei Tageslicht den Platz an und wartet dort auf die Dämmerung. Das ermöglicht gleichzeitig einen Einblick in das abendliche Leben der Dorfbewohner.
Nach den Tauchgängen nimmt die Crew Kamera, Blei, Flossen und die Jackets mit Tank entgegen; anschließend gibt es Wasser und Obst sowie frische Handtücher. Die Oberflächenpause wird in der Regel zum Wechseln des Tauchplatzes genutzt. Nach dem 2. Tauchgang des Tages wartet bereits das Mittagessen im Resort und so geht es frisch gestärkt nach einer ein- bis zweistündigen Pause zum Nachmittagstauchgang. Ganz nach Wunsch können der Mandarin- und auch der Nachttauchgang als 3. bzw. 4 TG des Tages geplant werden.
Die Guides sind sehr umsichtig und in einem angemessenem Tempo unterwegs. Sie verstehen ihren Job als „Fahnder“, um den Gästen auch die Vielfalt der kleinsten Wesen der Lembeh Strait zu zeigen. Das fotogerechte „Positionieren“ der Tiere ging mir persönlich zu weit. Aber das muss und kann man/frau selbst entscheiden und dann mit dem jeweiligen Guide regeln.

Für dieses unglaubliche Tauchgebiet und den tollen Service der Tauchbasis gibt es von mir 6 Nautilis.

6 von 6 nautili

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