Kontaktdaten zur Basis
Extra Divers Gawana-Bali, Naya Gawana Resort & Spa
by Monika S. • 19.12.2013 • PADI AOWD, < 600 TG

Vom 30.09. bis 09.10.2013 haben wir, zwei mittelalte Taucherinnen, kurzfristig noch eine Tauchreise nach Bali gebucht. Uns war im Vorfeld schon klar, dass wir nicht in die Touristenhochburgen in den Südosten wollten und haben uns so für die Extra Divers im Resort Naya Gawana entschieden. Wichtig waren uns Bootstauchgänge und so waren wir dort gut aufgehoben. Nach dem netten Kontakt mit dem Basisleiter Robert Mayr haben wir je 10 Tauchtage à 2 Tauchgänge im Vorfeld gebucht. Dass bei dieser Paketbuchung das unbegrenzte Hausrifftauchen dabei ist, haben wir wohlwollend bemerkt.
Nach der pünktlichen Anreise über Singapur nach Denpasar wurden wir von einem Fahrer des Resorts Naya Gawana abgeholt und in das Resort gebracht. Im Resort selbst waren wir beeindruckt von der gepflegten Außenanlage mit Schwimmpool und dem von einer heißen Quelle gespeisten kleinen Whirlpool. Die Bungalows (Lumbung-Suite) stehen auf Stelzen und haben eine eigene Terrasse. Sauberkeit und Service ließen nicht zu wünschen übrig. Während wir die in Indonesien durchaus üblichen Raumteiler (Moskitos, Ameisen, Geckos, Kakerlaken) wiedertrafen, war der Besuch von Maus/Ratte und angriffslustiger Bettwanzen im Zimmer selbst für uns „Vielfach-SO-Asiaten“ mehr als gewöhnungsbedürftig. Das Management und die Angestellten reagierten jedoch schnell und umfassend auf unsere Kritik, sodass wir auch das Resort als solches durchaus weiterempfehlen. Das Essen war selbst bei vorgebuchter HP von Superqualität. Sehr zu empfehlen sind auch Ausflüge (z.B. Tempeltour), die vom Hotel angeboten werden.

Zum Tauchen:
Wir haben am 1. Tag eingecheckt und wurden sofort in den Tauchablauf integriert. Die Brevets und die Gesundheitsprüfung wurden gecheckt und wir konnten unsere mitgebrachte Ausrüstung auf der Terrasse unseres Bungalows in Boxen einpacken, die dann von der Crew zur Basis gebracht wurden.
Dort bekommt man dann eine Netztasche in der das Jacket, die Regler und Flossen verpackt werden. Den Anzug zieht man wegen des Windes besser schon an der Basis an. Die Tauchgänge werden vom Steg aus mit Leihbooten gestartet, sodass man nur seine Kamera dorthin bringen muss; den Rest (Netztaschen und Blei) erledigt die Crew. Die Ausfahrten führen fast alle zu den Tauchplätzen der Menjangan-Insel. Es sind schöne, entspannte Tauchgänge –aber man darf keine Weltklassespots erwarten. Man findet von fast allem Etwas: (Faden-) Schnecken, Fischschwärme, Riffhaie, Angler-fische, Krokodilfische, Schaukelfische, Napoleons, viele Thunfische, … Interessant sind auch die ins Meer gehenden (schwimmenden) Hirsche, die man dann während der Oberflächenpause antreffen kann. Ein absolut ungewohntes Bild!
Die Leihboote sind ehemalige Fischerboote und haben weder Toilette noch separate Behältnisse für die Kameras an Bord. Da sie nur zum Tauchen verwendet werden, ist für mich unverständlich, dass sie nicht mit Halterungen für die Tanks umgerüstet werden. So liegen die zusammengebauten Ausrüstungen nebeneinander auf dem Boden und die momentan unbenutzten Tanks rollen unfallträchtig umher oder werden übereinander gestapelt. Das ist in der teilweisen Enge auf den Booten schon unangebracht. Lediglich die am Sonnendach angebrachten Netze ermöglichen den halbwegs trockenen und sicheren Transport von Bekleidung, Sonnenbrille etc. Sehr positiv war die Möglichkeit der Essenbestellung für die Oberflächenpause. Man konnte zwischen „normal“, „vegetarisch“ und Essen in verschiedenen Schärfegraden wählen. So einen Service für die Mittagsversorgung habe ich noch nicht erlebt! Richtig gut – auch wenn ich selbst nur abends nach dem Tauchen esse.
Die Nachttauchgänge werden an 2 verschiedenen Tauchspots durchgeführt und sind sehr zu empfehlen. Neben Flankenkiemern und „Monsterkrabben“ sind diverse nachtaktive Lebewesen zu beobachten; für uns hat es sich gelohnt - im Gegensatz zum Hausrifftauchen. Da – wie bereits oben erwähnt – beim Kauf eines Tauchpakets das uneingeschränkte Hausrifftauchen möglich ist, haben wir es auch ausprobiert. Es ist allerdings relativ schwierig einen richtigen Zeitpunkt zu finden: entweder ist man/frau bei dem üblichen Doubletank-Dive unterwegs oder die Gezeiten machen einen Strich durch die Rechnung. Bei Ebbe ist das Tauchen am Hausriff so gut wie unmöglich und bei ein- bzw. auslaufendem Wasser ist die Sicht mies. Wir haben es trotzdem einmal probiert (um ca. 6.00 Uhr) und haben uns bei schlechter Sicht eine Stunde durch das Hausriff manövriert. Es gab einige wenige Schnecken, wenig Fisch und – eine Dreier-Packung-Dynamitstangen! Da ich vorher keine Erfahrung mit Dynamit hatte, habe ich meiner Buddyline das Zeichen für „Abstandhalten“ gegeben und wir sind dann wieder Richtung Basis getaucht. Dort haben wir den Basenleiter informiert. Es geht nicht nur darum, dass dort nicht gezündetes Dynamit im Hausriff hängt; mir als Taucher ist schon wichtig zu wissen, dass am Hausriff nicht mit Dynamit gefischt wird. Auch wenn es schon längere Zeit dort hängen könnte, bleibt ein bitterer Beigeschmack…
Auf einen Landtauchgang in der Secret Bay zur Critterjagd haben wir verzichtet, da wir im Sommer bereits in der Lembeh Strait unterwegs waren.
Die Guides sind sehr hilfsbereit und bemüht, dass die Tauchgänge allen Gästen gerecht werden. Wir hatten während unserer 23 TG nur Wiederholungsspots auf eigenem Wunsch hin. Die Ausrüstung der Gäste wird auf dem Boot zusammengebaut und nach dem Tauchen gespült und zum Trocknen aufgehängt bzw. am nächsten Morgen schon wieder bereit gestellt.

Alles in allem kann ich das Resort und die Basis trotz kleiner Makel weiterempfehlen. Ich würde (sowohl für Resort als auch Tauchbasis) 5 von 6 Nautilis vergeben.

5 von 6 Nautili



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