Kontaktdaten zur Basis
Extra Divers, Mirbat / Salalah, Juweira Boutique Hotel
by
Eva-Maria Reiter • 10.01.2016 • CMAS **, 322 TG

„Wo geht’s hin? Oman? Kann man da tauchen?“ So oder ähnlich waren die Reaktionen, als wir vom Ziel unserer diesjährigen Weihnachtstauchreise erzählten. „Und wieeeee!“, war dann unsere Antwort. „Fisch en masse, nicht tief, keine Sichtweiten wie in Ägypten, aber Fisch ohne Ende!“

Wir hatten die herrlichen Tauchgründe des Oman bereits im Mai kennengelernt, als wir in Qantab nahe Maskat bei den Extra Divers tauchen waren. Und damals hatten wir dann bereits den Entschluss gefasst, zum Jahresende wieder zu kommen. Dann allerdings in den Süden, nach Mirbat. Zum einen, weil Maskat an Weihnachten doch recht überlaufen ist (was sich auch in den Hotelpreisen niederschlägt), zum anderen, weil es im Süden dann eben nicht nur ruhiger, sondern auch noch einen Ticken wärmer ist …

Die Extra Divers haben in Mirbat schon seit Jahren eine Tauchbasis. Nach unseren überaus positiven Erfahrungen in Qantab, wie auch im September dann in Gozo, war es keine Frage, dass wir also auch wieder bei den Extra Divers in Mirbat tauchen gehen würden.

Also wurde flugs das Hotel Marriott gebucht, in dem die Extra Divers ihre Basis hatten. Für alle, die solche Tauchjunkies sind wie wir und am liebsten jeden angebotenen Tauchgang mitmachen, sind natürlich kurze Wege vom Hotel zur Basis überaus angenehm. Wie groß die Enttäuschung, als wir dann recht kurzfristig vor Anreise eher zufällig erfuhren, dass die Tauchbasis nicht mehr direkt im Hotel untergebracht ist. Wenn es einen Kritikpunkt also gibt, dann die leider recht ungenügende Informationspolitik der Extra Divers: noch bis kurz vor unserer Anreise war auf der Website keine eindeutige Information zu finden – sehr schade, in den heutigen Zeiten von social media wäre es kein großes Ding gewesen, hier die Website zeitnah zu aktualisieren.

Allerdings hat uns Martin Sigrist, der Basenleiter, auf unsere Anfrage hin sofort beruhigt, dass die aktuelle Basis und das Hotel nur wenige Minuten voneinander entfernt liegen und ein kostenloser Shuttle eingerichtet sei – „das ist kein Problem“, wurde uns versichert. Und tatsächlich, es war kein Problem: Wir erreichten das Hotel Marriott morgens um 6, checkten ein, frühstückten und schickten eine Mail an Martin – und prompt stand der Abholer auch um 9 vor der Tür. Das lief völlig reibungslos und wenn wir wieder kommen, dann werden wir auch wieder im Hotel Marriott absteigen, trotzdem die Extra Divers nicht mehr in diesem Hotel sind.

Das Hotel ist ein Ferienresort der mittlerweile weltweit größten Hotelkette. Es ist eine traumhaft schöne Anlage, mit Pool und Strandbereichen, mit mehreren Restaurants und schönen geräumigen Zimmern und separaten Villen, die abseits mehr Ruhe versprechen. Das Essen ist ausgezeichnet, und der Service (meist indische Mitarbeiter wie im Oman halt so üblich) ist fabelhaft, außerordentlich zuvorkommend, aufmerksam und freundlich. Aber was man wissen muss: Aktuell scheint sich die Klientel des Marriott Mirbat fast ausschließlich durch deutsche Touristikanbieter wie FTI und vor allem durch den italienischen Reiseveranstalter Veratour zu rekrutieren, die sogar ihren eigenen Koch mitbringen. Und dementsprechend sind die Restaurants des Hotels auch auf „die Deutschen“ und „die Italiener“ aufgeteilt. Es mag zu anderen Zeiten anders sein, aber das war unsere Erfahrung an Weihnachten. Aber noch mal: das Hotel ist wunderschön, der Service ist fantastisch und es wird nicht schwer fallen, mit einigen Kilo mehr auf den Rippen nach Hause zu kommen: Es fiel leicht, sich in dieser angenehmen Umgebung zu entspannen.

Die Extra Divers sind allerdings aktuell nur in einer „Übergangs-Basis“. In Mirbat wird gerade eine neue kleine Bungalow-Hotelanlage gebaut – und dort wird dann in hoffentlich wenigen Monaten auch die Tauchbasis ihre neue Heimat finden. Bis dahin allerdings findet der Basenbetrieb in einem gemieteten Haus am Rande von Mirbat statt. Ein Wohnhaus, inmitten anderer omanischer Wohnhäuser. Welche andere Tauchbasis kann schon mit goldverkleideten Eingangssäulen aufwarten? Und welche andere hat Nachbarn, die ein kleines schneeweißes Kamel als Haustier halten, das gerne ausbüchsen möchte?

Wenngleich ein Provisorium, so gibt es doch an der Organisation an diesem Standort nichts zu meckern: alles ist da, wo und wie es sein soll: im Inneren ein großer Raum mit Spind, wo die Kleidung nach dem Umziehen gelassen werden kann, ebenso die Tauchrucksäcke; auch Duschen und Toiletten sind vorhanden. Im Außenbereich gibt es Wassertonnen zum Spülen der Ausrüstung, und hinreichend Möglichkeiten zum Aufhängen der Anzüge und der Jackets.

Jeder Tauchgast erhält nach dem „Einchecken“, also dem Ausfüllen der üblichen Formulare und dem Check von Brevets und Tauchtauglichkeitsnachweisen, eine Plastikbox, einen Plastiksack und einen Jacketbügel mit einer Nummer zugewiesen. Die Box verbleibt in der Basis – darin wird alles zwischen den Tauchgängen und über Nacht verwahrt. Im Plastiksack wird verstaut, was der Taucher so tagsüber für die Tauchgänge braucht und was also mit an Bord des Tauchbootes gehen soll. Vor dem Tauchgang heißt es dann also: In der Basis anziehen, den Plastiksack füllen und dafür sorgen, dass (zumindest beim ersten Mal) auch genügend Blei eingepackt wird, das danach üblicherweise auf dem Boot verbleibt. Danach wird alles und alle in die Autos verfrachtet und ab geht es dann zum Strand, wo das Boot wartet. Als Tauchgast muss man dann nur durch das Wasser waten und ins Boot steigen … um alles andere kümmern sich andere. Jackets und Regler wurden bereits von den Guides an die Flaschen montiert und auf das Boot verbracht. Wenn jeder also dann an Bord seine Ausrüstung kontrolliert und sichergestellt hat, dass alles dabei und die Plastiksäcke unter den Sitzbänken verstaut sind, dann kann es losgehen, hinaus zu den fantastischen fischreichen Tauchplätzen.

Getaucht wird ein Vormittagsdoppeltauchgang mit einer kurzen Oberflächenpause, die dann meist schon am Zielort für den zweiten Tauchgang verbracht wird. In der Pause kann man Brotzeit machen (wer was mitgebracht hat), und natürlich Wasser trinken (das gibt’s an Bord kostenlos und reichlich – aber eine Wasserflasche zum Befüllen sollte man dabei haben). Das Tauchgangsbriefing übrigens ist ordentlich, die Sicherheitsvorkehrungen entsprechen dem Standard. Die Gruppeneinteilung berücksichtigt das Können und die Erfahrung der einzelnen Taucher – wir haben kaum eine Gruppe größer als 6 Tauchgäste erlebt. Die Tauchgänge dauern üblicherweise zwischen 40 und 60 Minuten – auch abhängig von Tiefe, Schwierigkeit des Tauchgangs und Zusammensetzung der Gruppe. Die Tauchplätze sind phänomenal für alle die, die eine spannende Unterwasserfauna und –flora erwarten. Tieftauchgänge sind selten, aber auch nicht wirklich nötig, wenn doch so viel buntes Fisch-Leben schon auf 15 oder 20 Meter zu beobachten ist. Tauchen bei den Extra Divers Mirbat ist sehr entspannt, „entschleunigt“ wäre vielleicht das richtige Wort. Es gibt keinen Stress, keine Hektik. Dafür kümmern sich die Guides sehr persönlich um die Taucher. Vielen Dank an dieser Stelle vor allem an Haitem, der sich wirklich sehr aufmerksam um jeden Taucher in seiner Gruppe kümmert. Flexibilität und Engagement zeichnet die gesamte Crew aus. Auf die einzelnen Besonderheiten und Wünsche wurde stets sofort eingegangen, ob das spezielle Tauchplätze oder auch individuelle Nachttauchgänge waren. Es geht eher familiär zu. Und fair – auch was die Abrechnung der Tauchgänge betrifft.

Wir haben einen wunderbaren, erholsamen und abwechslungsreichen Tauchurlaub.
Mit einem Wort: empfehlenswert!





6 von 6 Nautili



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