Kontaktdaten zur Basis
S/Y Philippine Siren, Liveaboard, Philippinen
by
Eva-Maria Reiter • 08.01.2015 • CMAS **, 280 TG

Die Philippine Siren gehört zur Siren Flotte, die mit 5 Schiffen luxuriöse Liveaboards in asiatischen Gewässern anbietet. Wir hatten die Tauch-Safari von Coron nach Batangas vom 28. Dezember 2014 bis zum 7. Januar 2015 gebucht. Die Tour wird beworben als „exotische Tauchabenteuer auf einem exklusiven Segelschoner“ – und genau das hatten wir erlebt: Erholung und viele Erlebnisse über und unter Wasser.

Zum Schiff:
Das Schiff ist im „traditionellen indonesischen Stil eines Phinisi-Schoners“ gebaut und mit 40 m Länge recht eindrucksvoll. Es ist ein wirklich schönes, großes Schiff, auf dem sich die Gäste der 8 Kabinen auf dem Sonnendeck, dem Tauchdeck, dem Speisebereich am Heck oder auch im luxuriösen Salon gesellig zusammenfinden oder auch mal aus dem Weg gehen können, je nach Gusto. Die Kabinen sind außerordentlich komfortabel ausgestattet, jeweils mit eigener Klimaanlage, aber auch mit eigenem Monitor und Videothek für die nicht aufkommende Langeweile. Die Bäder verfügen jeweils über einen großen Duschbereich mit Haartrockner. Die Handtücher wurden jeden 3. Tag gewechselt, so dass stets weiche, salzfreie Frotteetücher zur Verfügung standen. Das Duschwasser war heiß – richtig heiß … wenn man wollte.
Aber auch die Gemeinschaftsbereiche ließen keine Wünsche offen: Im Salon kann man sich gemütlich in Ledersofas ausstrecken, oder die gerade unter Wasser gedrehten Filme auf dem Großbildschirm betrachten. Für Kameraausrüstung, Lampen, Laptops, Smartphones und so was sind zwei Ablageflächen mit hinreichend Steckdosen zum Laden und sicheren Aufbewahren ausgewiesen – in Anbetracht der mittlerweile aber doch recht stattlichen Film-, Foto- und EDV-Ausrüstungen schien der gegebene Platz manchmal doch ein bisserl beengt.
Getränke (Softdrinks, Bier, Tee und Kaffee) stehen im Salon wie auch auf dem hinteren Deck stets zur Verfügung, aber gegen separate Kasse wird natürlich auch eine gut bestückte Bar geöffnet. Überhaupt die Verpflegung: Welch ein Glück, dass frische Luft und das Tauchen etwas zehrt – andernfalls hätten das light breakfast vor dem 1. Tauchgang, das Big Breakfast vor dem 2. Tauchgang, der Lunch vor dem 3. Tauchgang und die Snacks vor dem Night Dive bei jedem bestimmt für einige Kilo mehr auf den Hüften gesorgt. Nicht zu vergessen das fabulöse Dinner, das stets mit einer köstlichen Zeremonie allabendlich vom Koch detailliert beschrieben und mit „chop chop chop“ und „what are you waiting for“ humorig präsentiert wurde – so dass schon die Ankündigung des Dinners das erste Vergnügen war.
Rundum, ein stattliches Schiff, das uns nichts vermissen ließ.

Die Organisation:
Gleich nach der Ankunft auf dem Schiff und einem Willkommens-Lunch wurden wir mit der Organisation des Schiffes in einem Bootsbriefing bekannt gemacht, dann wurde jedem seine Kabine individuell erläutert, anschließend das Tauchgepäck auf dem Tauchdeck von jedem Tauchgast selbst zusammengebaut, und schließlich fanden wir uns wieder zu einem Security Briefing und zuletzt einem grundsätzlichen Tauch-Briefing auf dem hinteren Deck ein. So konnten sich alle Gäste bereits von Anfang an mit dem Schiff und den Besonderheiten vertraut machen. Die Mannschaft der Philippine Siren bestand aus einem Dutzend Personen, über Cruise Director und Captain, über Dive Guides, Koch, Maschinisten, Dinghi Fahrern, Helfern an Board und last but not least den beiden Ladies, die sich um Wäsche und Housekeeping kümmern, aber auch Massagen auf dem Boot anbieten. Der Service ist ausgezeichnet. Abgesehen vom ersten Zusammenbauen seiner eigenen Tauchausrüstung braucht der urlaubende Taucher auf der Siren nichts anderes mehr tun, als Anzug anziehen, Flaschendruck bzw. Nitrox-Messung kontrollieren und signieren, und mit der Flasche auf dem Rücken ins Dinghi steigen, um sich dann ins Wasser fallen zu lassen und die philippinische Unterwasserwelt zu genießen. Alles andere nehmen einem die vielen freundlichen Helfer auf dem Boot ab: Vor jedem Tauchgang wird nochmals explizit ein Becher Wasser gereicht, nach jedem Tauchgang sofort entweder Tee oder heiße Schokolade serviert. Der absolute Luxus sind die angewärmten Handtücher, die jeder nach dem Nachttauchgang erhält, während Anzüge, Lycra-Hemden, Booties usw. schon in einer Tonne mit klarem Wasser und Weichspüler durchgezogen werden, bevor sie auf dem Tauchdeck zum Trocknen aufgehängt werden. Damit jedem auch wirklich seine eigenen Sachen zugeordnet werden können, erhält jeder Gast eine Nummer, zu der er sowohl im Salon zwei Schubladen zugewiesen bekommt, als auch ein weiteres Schubfach auf dem Tauchdeck neben seiner Flasche sein eigen nennt, wo er Handschuhe, Lampen und anderes Tauch-Zubehör griffbereit verstauen kann. Mit der gleichen Nummer werden Anzug, Flossen und Bleitaschen mit kleinen Marken oder Aufklebern gekennzeichnet. Diese Methode ist so einfach wie genial, denn auf diese Weise wissen die Helfer stets auch ohne langes Hin- und Her, welchem Taucher welches Equipment gehört; die Taucher dagegen haben hinreichend Staufläche bei ihren Tauchsachen wie auch im Salon, um Unordnung und unnötige Suchereien zu vermeiden.

Das Tauchen
Auf einer Tafel wird vom Cruise Director der Ablauf des folgenden Tages genau festgehalten: Wecken um halb 7, dann wechseln sich jeweils Briefing, Tauchen, Essen in immer gleicher Reihenfolge bis zum Dinner um halb 8 Uhr abends ab. Abhängig von Wetter und Strecke waren so meist 4 Tauchgänge am Tag möglich.
Vor jedem Tauchgang wurde von den Guides ein kurzes Briefing auf dem hinteren Deck durchgeführt, in dem aber vor allem die Tauchplätze mit ihren Besonderheiten auf einer Tafel aufgemalt wurden und besprochen wurden.
Die 16 Taucher auf unserer Reise wurden in drei Gruppen mit 2 Dinghis ausgefahren, wobei das erste Dinghi nach Absetzen der ersten Gruppe am Tauchplatz zum Schiff zurück kam um dann die dritte Gruppe aufzunehmen, während die zweite Gruppe eben ablegte. Jede Gruppe hatte nicht mehr als 6 Taucher, von einem Guide geleitet – da nicht alle Gäste die 4 Tauchgänge täglich mitmachen, sind es oft auch weniger als 6 Taucher pro Dinghi und Guide. Das Prinzip dabei lautet: Es handelt sich um erfahrene Taucher, die genügend Eigenverantwortung beweisen und somit im Buddy-Team jeweils entweder dem Guide folgen können oder den Tauchgang auch eigenverantwortlich gestalten können. Wer also – weil er mehr Luft brauchte, oder ihm vielleicht kälter war – schon eher an die Oberfläche kam, wurde von den Dinghi-Fahrern aufgelesen (eine Boje ist bei etwas mehr Wellengang nicht zu verachten), und meist auch sofort zum Schiff zurückgefahren, um nicht unnötig lange an der Oberfläche zu warten.

Der Reiseverlauf
Unsere Tour startete in Coron, das für die vielen Wracks aus dem zweiten Weltkrieg berühmt ist. Wir haben hier fabulöse Tauchgänge an diesen versunkenen Schiffen machen können, die zum Teil so wundervoll bewachsen sind, das kaum mehr zu erkennen ist, dass es einmal Kriegsschiffe waren. Leider aber war hier die Sicht zum Teil schon recht beeinträchtigt, hat aber dem grundsätzlichen Vergnügen nicht wirklich Abbruch getan. Auf den Wracktauchgängen zur Olympia Maru, Kogyo Maru, Okikawa Maru, Akitsushima oder dem Lusong Gunboat trafen wir Nacktschnecken, Sepien, Drachenköpfe und sogar Schildkröten und Seepferdchen. Ein besonderes Erlebnis war dann der „Heißwasser-Tauchgang“ im Barracuda Lake auf der Insel Coron, der von heißen Quellen gespeist wird und den Computer sogar 38 Grad anzeigen lässt. Gemäß Reiseplan ging es dann ans Apo Reef, das von einigen Gästen als Höhepunkt der Fahrt betrachtet wurde. Aber der stürmische Wind nahm immer mehr zu und zwang die Besatzung nach nur einem Tag quasi Reißaus nach Norden in den Schutz der Insel Mindoro zu nehmen, wo wir leider einen ganzen Tag bei wunderbarstem Sonnenschein mit vielen anderen Schiffen in einer Bucht die schlimmsten Böen abwarteten. Am nächsten Morgen ging es dann mit manchmal nur 1,5 Knoten fast unmerklich an der Küste entlang nach Norden, bis wir nahe Sabang wieder tauchen konnten. So abenteuerlich und für manchen unterhaltsam die Fahrt bei Wind und Wetter auch war, sie hat uns aber halt auch anderthalb Tauchtage gekostet – es scheint, dass die Philippine Siren nicht wirklich für solche Strecken bei solchem Wetter gebaut ist. Puerto Galera, Sabang, Anilao … das allerdings war dann schon Muck Dive Land und hat vor allem den Makro-Fans unter uns wunderbare Begegnungen mit den seltenen Bobbit Worms, mit Nackt- und Gehäuseschnecken, mit Aalen, Flötenfischen, Krebsen und Anglerfischen beschert. Die Philippinen unter Wasser haben aber nicht nur eine faszinierende und abwechslungsreiche Tierwelt zu bieten, auch die Riffe insgesamt, das Farbenspiel der Hart- und Weichkorallen, der Schwämme in allen braun-, orange und lila-Tönen war stets faszinierend. Noch nie haben wir so viele unterschiedliche Federsterne in allen Varianten an einem Platz gesehen – Lebensraum für so viele unterschiedliche Unterwasserlebewesen.

Unser Fazit:
Wenn es auch Zeiten gab, die ohne Pflaster gegen Reiseübelkeit an Bord kaum zu ertragen waren: es war eine tolle Reise. Das Schiff ist phantastisch, die Ausstattung einwandfrei. Aber die aufmerksame und immer freundliche und gutgelaunte Crew – und zwar wirklich jeder einzelne von ihnen – hat erst diese Reise zu etwas ganz Besonderem über und unter Wasser gemacht.

Was wir uns anders wünschen würden:
• Etwas mehr Zugkraft für den Motor, denn so ließen sich halt bei diesem Wetter die geplanten Fahrtzeiten einfach nicht einhalten und Urlaubs- und Tauchzeit ging leider verloren …
• Verständlich, dass der Reiseverlauf und auch die Tauchplätze von vornherein mehr oder weniger feststehen im Bemühen, den Gästen stets etwas Außergewöhnliches und Anderes zu bieten, aber manchmal hätten wir uns gewünscht, den einen oder anderen Tauchplatz noch einmal zu betauchen und nicht gleich weiter zu ziehen …

Was wir toll fanden:
• Die super Organisation, die nie aufdringlich war, aber so auch erst dieses intensive Taucherlebnis ermöglichte
• Der Service an Bord in jedem Detail, die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der ganzen Crew stets den Gästen nur das Beste zu bieten und ihnen die Reise so angenehm wie möglich zu gestalten.

6 von 6 Nautili


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