Silverbanks, Dominkanischen Republik
by:
Ariane Lehr & Wolfgang Putzinger • 17. November 2010

Silverbanks - ein Reisebericht

Die Silverbanks sind ein Walschutzgebiet nördlich der Dominkanischen Republik (auf halbem Weg zu den Turks&Caicos Inseln). Abfahrt von Puerto Plata aus einer Marina wo sich einem echten Taucher die Haare aufstellen – dort gibt es schwimmen mit Delfinen und sogar Riffhaie werden in Becken gehalten und die Touris stehen bis zum Bauch im Wasser und werden laut kreischend von den Haien umschwommen. Feeling wie beim Film der weiße Hai inclusive.

Der Weg zu den Silverbanks dauert ca. 8 Std. und wird in der Nacht zurückgelegt, gegen 9 Uhr morgens ist man da. Die Riffplatte ist leicht erkennbar da an der flachsten Stelle ein japanisches Containerschiff vor sich hin rostet. Man sieht auch schon auf dem Weg zu den Silverbanks springende und flossenklatschende Buckelwale, der Captn ist dauernd auf der Brücke um den Walen auszuweichen. Nur 3 Schiffe haben die Erlaubnis dort zu ankern und die Passagiere zum schnorcheln ins Wasser zu entlassen. Auf jedem Boot ist ein Biologe anwesend und auf einem der 3 Schiffe die immer parallel anwesend sind auch ein Vertreter der Regierung. Diese Biologen sind die eigentlichen Treiber des „Whalesnorkeling“ da sie die Halter der Genehmigungen der Dominikanischen Regierung sind und mit den Tauchschiffen kooperieren. Die Biologen sind echte Idealisten die z.B mit Investoren in den letzten Jahren in Mexiko eine riesengroße Bucht aufgekauft haben in der eine Meerwasserentsalzungsanlage entstehen sollte um die dort lebenden Wale zu schützen. (z.B. Whaleman.org, savethewhales.org) Auf dem Flyer von Peter Hughes Diving Fleet hat man so ein wenig den Eindruck dass sich die 4000 Buckelwale die hier Ihre Jungen bekommen und erst mal ein paar Monate aufziehen um ein Riff drängen und dass man vor lauter Buckelwalen Mühe hat ins Wasser zu kommen. Dies ist natürlich in der Realität (leider) nicht so – die Silverbanks sind mehrere 100 km² groß und die Wale schön verteilt.

Man fährt mit dem Beiboot im 5mm Neopren (in unserem Fall Hartschale mit Dach) in der Gegend herum (mit maximal 5 Meilen/Std.) und sucht nach Walspuren (Blas, Flossen, -klatschen, Springen). Dies kann auch mal einen halben Tag ohne Sichtung dauern. Für uns ungeduldige Mitteleuropäer manchmal echt nervig (ich wäre viel öfter hineingesprungen) und es gab auch einmal eine heftige Diskussion als der Biologe mit seiner Kamera ins Wasser ging und ein paar Minuten später mitteilte dass der Wal abgetaucht sei. Wenn Wale entdeckt wurden entscheidet der Biologe ob man ins Wasser darf oder eben nicht.


© Fotos - Wolfgang Putzinger

Es gibt unterschiedliche Verhaltensmuster der Wale (Roudygroups, Sänger, Schläfer, Mama mit Baby) und nur bei einigen davon darf man ins Wasser. Wenn man dann drin ist kann es locker sein dass man 2-3 Stunden mit den Walen schnorchelt und es ist wie ein Traum, der Wal kommt bis auf mehrere Meter heran das Baby ist oft noch neugieriger, die Mutter beobachtet die komischen Tiere an der Oberfläche genau, man kann sehen wie sie jeden einzelnen mustert ob Gefahr drohen könnte – einfach toll In unserem Fall ist das Baby direkt auf mich zugeschwommen als Mama einen Knurrlaut ausstieß und das baby „auf der Flosse“ umdrehte und zu Mama zurückschwamm. Sehr beeindruckend war auch ein singender Wal der laut den Biologen sich mit anderen Walen bis zu 160 km weit unterhalten kann da ja der Schall im Wasser sich sehr schnell fortbewegt. Dies scheint auch der Grund für das Stranden der Wale zu sein – sie werden von den zahllosen Unterwassergeräuschen die der Mensch erzeugt irritiert und sogar das Gehör verletzt. Uns wurde erzählt dass es mittlerweile Programme gibt dass U Boote ihre „pings“ (Ortungssignale) nicht mehr absetzten dürfen wenn Wale in der Nähe sind. Die Biologen checken mit Unterwassermikros wo ein Sänger ist und wir hatten das Glück das Tier zu finden und mit ihm zu Schnorcheln – der Ton geht durch und durch der ganze Körper kribbelt – wie vor einer Bassbox am Konzert. Das Boot (Sun Dancer II) ist absolut ok, halt etwas amerikanisiert Klima im Saloon (saukalt), Essen reichlich und Ok, alle Getränke inklusive, Sprache american english also manchmal schwer verständlich. Die Crew kommt aus England bzw. aus Belize da die Sun Dancer dort normalerweise stationiert ist und nur zur Walsaison in der Dom. Rep. ist.

Adapter für US Steckdosen mitbringen und ev. auch Mehrfachstecker da man mit Steckdosen nicht sehr reich gesegnet ist. Fotoablagen und Spülkästen für die Kamera sind vorhanden und ausreichend.

Flüge gehen mit Condor oder Air Berlin direkt nach Puerto Plata, alle andern über „Amiland“ mit all den bekannten Folgen der Immigration Condor hat zur Folge dass man unter Umständen ein paar Tage in der Dom.Rep. im Club hängt bevor mal los kann – das war nun gar nicht unser Urlaub und nicht unser Publikum (all you can drink)

Zum Ansehen gibt es nur organisierte Touren, auf eigene Faust losziehen ist nicht ratsam zu kaufen gibt es nicht wirklich was .

Fazit: man muss Geduld mitbringen aber wenns klappt ist es unvergesslich, Tauchen ist verboten und bringt auch nichts da man außer Walen nichts sieht.

Wetter: bei uns war es die ganze Woche bewölkt und sogar regnerisch unbedingt Windbraker mitnehmen und trotz Bewölkung Sonnencreme mit hohem Faktor - man ist doch ca.8 Std. am Boot und Sonnenbrand ist vorprogrammiert.

Fotografen: Weitwinkel – je weiter desto so besser – ich hatte ein 12-24 WW-Zoom dabei und werde mir noch ein Fisheye zulegen. Blitzarme, Blitze bzw. Lampen kann man getrost zu Hause lassen bringt nichts und ist ohnedies verboten Blitze und Lampen zu verwenden. Wir haben über Die Taucher (Waltraud Binanzer gebucht), gibt auch andere Anbieter bzw. auch direkt über die Schiffsanbieter möglich – halt ohne Sicherheit im Falle der Fälle das Geld zurückzubekommen. Die Agressor bietet auch Kombi Touren an (so erzählte man uns) 1 Woche Wale + 1 Woche Tauchen auf den Turks&Caicos Inseln.


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